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FrauenSingen Wochenende – Bericht


Als mich meine Freundin Anja fragte, ob ich mit ihr zu einem Singwochenende des Evang. Chorverbands Hessen-Nassau gehen möchte, habe ich keine Sekunde mit der Antwort gezögert. „Na klar komme ich mit“, sagte ich. Ein ganzes Wochenende nur singen – wie genial ist das denn? So hatte ich mich also sofort als „Frühbucher“ registrieren lassen und war schon voller Vorfreude auf das FrauenSingen. Bald schon begann dann auch die Reiseplanung. Was einpacken? Und wo genau liegt Bad-Dings überhaupt? Ah ja, Bad Soden-Salmünster, Spessart, im Kinzigtal. Und Badeanzug nicht vergessen! Laut Programm gibt es da Aquasingen, wie spannend!

Dann war es endlich so weit. Mit Badezeug und guter Laune im Gepäck machte ich mich am 21. Februar auf nach Hessen, ins benachbarte Bundesland. Im Landhotel Belz angekommen – übrigens wunderschön gelegen, direkt an einem Wildtierpark – machte ich mich auch gleich schon auf zum gemeinsamen Abendessen. Und – oh höre – hier wird ja schon gesungen! Mehrstimmig! Mit Dirigat und Tonkorrekturen. Das kann dann wohl nur „meine Frauengruppe“ sein, da gehe ich doch mal hin. Etwa 40 Frauen saßen hier, sicherlich alle ähnlich neugierig wie ich auf die nächsten gemeinsamen Stunden. Nach fürstlichem Essen stapfte ich dann also mit gut gefülltem Magen in den für uns vorbereiteten Probenraum. Schon hingen die ersten Fragezeichen in der Luft. Wo sitzt wohl welche Stimme? Was werden wir gleich singen, und wie lange proben wir überhaupt heute? Doch zunächst gab es zur Einstimmung für alle erst einmal ein Gläschen Sekt – ein Willkommensgruß der sehr humorvollen Hotelbesitzerin Frau Betz-Berthold.

Kantorin und Mitglied im Ausschuss für Frauensingen des Chorverbands der EKHN Barbara Müller begrüßt die Runde und bedankt sich für die wunderbare Organisation bei Ursula Reichert, Vorsitzende des erwähnten Ausschusses. Endlich, die ersten Notenblätter werden ausgeteilt, nur noch leises Getuschel ist zu hören, gleich wird es losgehen. Doch zunächst einmal Gruppengähnen für alle, Schulternkreisen, liebenswert vermittelte Lockerungsübungen als Vorbereitung für … genau, für den ersten Ton! Jetzt ist er raus. Uff. ;-)

Dann halte ich das erste Liedblatt in Händen und warte auf meinen Einsatz. Wie, kein Vorspielen, stimmiges Einüben oder Vorsingen? Einfach loslegen? Ok, das ist neu für mich, aber es funktioniert! So einigermaßen jedenfalls. Und am Ende des ersten Abends war ich mir ziemlich sicher, dass es weitere gesangliche Überraschungen für mich geben wird. So war es dann auch.

Katharina Padrok, Sängerin und Gesangspädagogin, hat sich für den nächsten Tag als unsere Stimmbildnerin angekündigt. Auch ich habe mich getraut, das einmal auszuprobieren. Sehr spannend, was man mit seiner Stimme so alles anstellen kann.

Auch wenn ich das Aquasingen nicht ausprobieren konnte, so kann ich doch berichten, dass das Singen im Schwimmbecken Laune macht. Das darf man nämlich im Hotel Betz, singen, und zwar überall.

Calm me, Lord, von Margaret Rizza, war nur eines der Lieder, die mein Inneres zum Leuchten brachten. Durch die musikalische Begleitung von Streicherinnen und Flötistinnen wurde das Ganze noch mit Gänsehautfeeling getoppt. So schön …

„Auf dem Weg nach Ostern“ war die Thematik des Wochenendes angekündigt. Und so gab es eine Passionsmusik von Orlando di Lasso, von Stainer, einen Gesang zu Palmsonntag und ganz viele Alleluja-Vertonungen, knappe und eine über 8 Seiten. Gewöhnungsbedürftig fanden Einige das Improvisieren zu „Christ ist erstanden“, was aber am Ende prima gelang.

Morgens und abends wurde kurz innegehalten , mit Körpergebet und Psalm der Morgen begrüßt, mit einem schönen Satz zu „Abend wird es wieder“ der gemeinsame Tag beschlossen.

Haben Sie schon einmal mit geschlossenen Augen in Ihrem Chor gesungen? Das haben wir hier beim FrauenSingen ausprobieren dürfen und ich fand es einfach wunderbar. So wunderbar, wie es das gesamte Singwochenende über war, mit all den großartigen Frauen dort und der bezaubernden Leiterin Barbara Müller.

Danke für das außerordentlich bereichernde Wochenende! Ich freue mich schon auf das nächste Mal.

Susanne Ernst